[Interview] Gerd Rübenstrunk im Talk

Heute habe ich sehr netten Mail Kontakt mit dem lieben Gern Rübenstrunk gehabt. Ihr alle kennt ihn bestimmt,  genau so wie ich, durch die Arthur Reihe!

Ich habe ihn höflich um ein kleines Interview gebeten und auch eins bekommen🙂

Aber seht selbst!

Warum schreiben Sie?

Weil ich einfach schreiben muss. Wenn ich, aus welchen Gründen auch immer, ein paar Tage nicht geschrieben habe, geht es mir nicht gut. Zum Glück habe ich einen Beruf, in dem das Schreiben auch eine wichtige Rolle einnimmt: Ich arbeite als Werbetexter und PR-Autor für verschiedene Agenturen und Unternehmen. Das ist zwar ein anderes Schreiben, aber immer noch besser als nichts.

Ist Arthur Ihr erstes großes Projekt und wenn ja, gibt es auch Kurzgeschichten oder ähnliches von Ihnen?

Vor der Arthur-Trilogie habe ich einen Ratekrimi über Rudolf Diesel für Loewe geschrieben und ein Sachbuch über Mercedes-Werbung für den stern-Verlag. Arthur ist also in der Tat mein erstes größeres Projekt, obwohl ich in der Schublade die ersten eineinhalb Bände einer Septalogie liegen habe, die ich bereits vor einigen Jahren geschrieben habe. Kurzgeschichten sind nicht so mein Ding, ich weiß nicht, ob ich das könnte.

Gibt es in den Arthur-Büchern eine Person, die Sie ein wenig widerspiegelt?

Klar – Arthur. Das mit dem Paternoster am Anfang, zum Beispiel, habe ich selbst so erlebt. Und auch Arthurs Gefühlsleben kenne ich aus eigener Erfahrung.

Möchten Sie durch das Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienen, oder haben Sie noch einen anderen Job?

Ich möchte schon, aber, wie oben gesagt, derzeit muss ich einen Teil meines Einkommens noch mit Reklame verdienen.

Das Antiquitätengeschäft in dem ersten Arthur-Teil, haben Sie das irgendwo gesehen, also gibt es ein „Vorbild“ dafür?

Als ich 16 oder 17 Jahre alt war, ging ich in Herford, einer kleinen Stadt in Ostwestfalen, zur Schule. Damals, in den Jahren 68 und 69 (ich bin ja schon ein wenig älter), hatte ich, wie manche meiner Altersgenossen, großes Interesse an philosophischen und politischen Fragen. Deshalb haben wir viel gelesen. Während die meisten Buchhandlungen am Ort uns langhaarige Hippies nur als potenzielle Ladendiebe betrachteten, gab es einen kleinen Buchladen, in dem wir willkommen waren. Der Inhaber war bereits etwas älter und liebte es, mit uns jungen Leuten zu diskutieren. Wir konnten Bücher durchsehen, ohne sie kaufen zu müssen, und erhielten viele wertvolle Lesetipps.

Dieser Buchhändler hieß Arthur Jackmann und betrieb im Hinterzimmer seines Buchladens ein kleines Antiquariat.

Deshalb heißt der Held meines Buches Arthur, hat der Bücherwurm den Nachnamen Lackmann und sieht sein Geschäft so aus, wie es aussieht.

Wie kamen Sie auf die Idee zu der Geschichte?

Weiß ich nicht mehr – irgendwann war sie einfach da.

Durften Sie die Illustrationen vorher sehen und mitbestimmen, wie sie aussehen sollen?

Nein. Den Illustrator hat der Verlag ausgesucht. Einige Illustrationen habe ich im Vorfeld gesehen. Mir haben sie von Anfang an gut gefallen. Da hat der Verlag eine gute Wahl getroffen, denke ich.

Auf Grund der guten Beschreibungen der Figuren, wie zum Beispiel Arthur selbst: Gibt es Menschen, die Arthur ähneln, oder ist er frei erfunden?

Er ist schon ziemlich frei erfunden, abgesehen von einigen Ähnlichkeiten mit mir (siehe oben).

Welche Farbe wird das Cover von Arthur 3 haben?

Ich glaube, es wird ein dunkles Rot werden.

Hatten Sie schon lange vor, eine Geschichte über Arthur zu schreiben, oder ist es ganz spontan entstanden?

Ganz spontan. Eigentlich wollte ich dem Verlag ja mein fertiges Manuskript (den ersten von sieben Bänden) verkaufen. Aber das passte nicht so gut ins Programm, und so ist dann irgendwie der Arthur entstanden.

Jetzt noch ein paar persönliche Fragen

Sind sie eher der süße oder herzhafte Typ?

Eher süß. Ich mag Schokolade, Weißbrot und Marmelade gern und stehe nicht so auf Wurst oder Speck

Kaffee oder Tee?

Espresso – mit oder ohne aufgeschäumte Milch.

Haben Sie Familie?

Ja. Und fünf Kinder (davon drei Stiefkinder) und einen Enkelsohn.

Gibt es ein Geschäft, an welchen Sie nicht vorbeigehen können?

Buchläden ;-)))

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Das wechselt. In den letzten Jahren ganz eindeutig „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss, die Stoneheart-Trilogie von Charlie Fletcher und natürlich die Bartimäus-Trilogie.

Oder Ihr/e Lieblingsautor /in?

Ich mag Leon de Winter sehr gerne, außerdem Ian Rankin, Georges Simenon und Jorge Luis Borges. Aber in einem Jahr könnte die Liste schon wieder ganz anders aussehen.

Lesen Sie lieber, oder schauen Sie lieber fern?

Lesen natürlich. Im TV gucke ich meistens nur Fußball oder mal eine Doku. Und Ditsche!  Ab und an nehme ich auch mal einen Spielfilm auf. Aber den größten Teil der Woche ist der Fernseher bei uns aus.

Und zu guter letzt: Würden Sie jedem dazu raten, ein Buch zu schreiben?

Nein, nicht jedem. Es reicht ja nicht aus, eine gute Idee zu haben. Man muss auch über die sprachlichen Mittel verfügen, sie umzusetzen. Handwerk kann man zwar lernen, aber ein gewisses Talent, glaube ich, gehört auch dazu. Wer das besitzt und unbedingt ein Buch schreiben will, der muss bereit sein, viel für sich allein zu arbeiten und einen langen Atem haben. Es ist die schwerste Tätigkeit, die ich in meinem Leben ausgeübt habe. Aber auch die Schönste.

© Gerd Rübenstrunk & Kevin Herhut

_______________________

Titel: Arthur und die vergessenen Bücher

Autor: Gerd Ruebenstrunk

Seiten: 384 Seiten

Verlag: arsEdition

Veröffentlicht: Juli 2009

Hardcover

Preis: 16,95€

3 thoughts on “[Interview] Gerd Rübenstrunk im Talk

  1. Ich finde das gerade total klasse mit dem Interview^^
    a) weil ich gerade den zweiten Arthur-Band lese
    und b) weil ich aus Herford komme und oft bei Jackmann bin😀. Ich weiß nicht, ob der Laden schon immer an der Berliner Straße war, wo er jetzt is, aber er ist definitiv genauso klein, wie im Buch beschrieben und vollgestopft, was das Zeug hält.

    Ein sehr schönes Interview und da geh ich doch glatt mit neuem Elan ans Buch ran😀.

    LG
    Katleah

    • Hi Katleah,

      der Laden war damals gegenüber der alten Post, da, wo heute (glaube ich) die Volksbank steht. Der war noch viel kleiner und vollgestopfter und hatte hinten diesen extra Antiquariatsraum. Nach dem Tod des alten Jackmann hat seine Frau den Laden weitergeführt, zunächst in der Nähe des Alten Marktes und dann in den jetzigen Räumen, wo die Buchhandlung dann von den neuen Inhabern übernommen wurde.

      Gruß,

      Gerd

  2. Ich danke dir, Kevin, und Ihnen, Herr Ruebenstrunk, für dieses schöne und interessante Interview!! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Fragen und die Antworten zu lesen.🙂

    Ich habe „Arthur und der Botschafter der Schatten“ gestern begonnen und bin jetzt schon wieder total begeistert! Beim Lesen wünsche ich mir immer, auch dabei zu sein.
    Hach, die Bücher sind einfach wunderbar und ich bin schon jetzt gespannt auf den dritten Teil!!

    Liebe Grüße,
    Diana

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