[Rezension] Hanns – Josef Ortheil – Die große Liebe

Ein Mann, Mitte vierzig, wird von seiner Arbeitsstelle in den Urlaub geschickt. Urlaub kann man dies jedoch nicht so wirklich nennen, da er in Italien, in einer Stadt namens San Benedetto, Recherchen für einen Dokumentarfilm machen muss. Als er in San Benedetto ankommt und am zweiten Tag in ein Institut für Meeresbiologie geht, trifft er dort auf Franca. Franca ist Leiterin des Institutes und hält ihm dort einen Vortrag über verschiedene Ausstellungsstücke. Er hört ihr nicht richtig zu und weiß, dass sie genau die richtige für ihn ist. Als sie beiden dann langsam anfangen, sich zu lieben, gibt es da noch kleine Hindernisse, von denen der Mann nichts wusste.

Eine wunderbare Geschichte für zwischendurch, die zum Träumen angelegt wurde.

Die Geschichte von Hans – Josef Ortheil ist wirklich großartig. Er beschreibt das italienische Feeling so gut, dass man sich fühlt, als sei man wirklich im Urlaub. Es gibt verschiedene Passagen, an welchem man stark beginnt zu träumen und wenn man aufschaut, stellt man fest, dass man gar nicht in Italien ist.

Die Charaktere in der Geschichte sind zum Teil liebevoll gestaltet. Es wird jedoch leider nicht genauer auf sie eingegangen, was ich sehr schade finde. Dadurch, dass die Geschichte aus der Sicht des Mannes geschrieben ist, kennt man ihn am besten von allen Leuten. Franca könnte für den einen oder anderen sogar unsympathisch wirken, da sie wirklich nicht sehr gut beschrieben wird. Jedoch kann man sich einigermaßen in die Geschichte hineinversetzten und mit dem Ich-Erzähler mitfühlen.

Die Geschichte an sich ist gut. Sie erzählt nichts Neues. Ein Mann und eine Frau lieben sich und müssen noch verschiedene Sachen regeln, bevor sie endgültig zusammen sein können. So etwas hat doch jeder schon einmal gelesen. Jedoch finde ich, dass diese Geschichte etwas ganz besonderes hat. Vielleicht liegt es daran, dass der Erzähler die Umgebungen in Italien sehr deutlich und gut erklärt und man wirklich das Gefühl hat, als sei man im Urlaub. Der Roman spielt auch ein bisschen mit den eigenen Gefühlen und lässt den Leser, wie schon gesagt, träumen.

Was für mich immer sehr tolle Passagen waren, sind die, wo der Ich-Erzähler in sein Notizbuch schreibt. Es gibt nämlich verschiedene Passagen, in denen der Erzähler sein Notizbuch herausnimmt und aufschreibt, wie er sich gerade innerlich fühlt und was ihn an diesem Tag bewegt hat. Meist handeln die Einträge über Franca. Ich finde, dass es wirklich tolle Passagen sind, da man durch diese Einträge erst wirklich erfährt, wie der Mann sich fühlt und was in ihm vorgeht.

Alles in allem ist dies eine liebevolle Geschichte, für welche ich jedoch leider einen Daumen abziehe, da sie Charaktere teilweise nicht genauer beschrieben wurden.

© Kevin Herhut

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Titel: Die große Liebe

Autor: Hans – Josef Ortheil

Seiten: 406 Seiten

Verlag: btb Verlag

Veröffentlicht: Juni 2005

Das besondere Taschenbuch

Preis: 9,00€

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